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"Haben" ist ohne Zukunft

Diejenigen, die bereits alles haben, sind bekanntlich die Leute, die den ganzen Planeten an sich gerafft haben. Sie sind im Grunde zu bedauern, zwar haben sie alles, was auf dieser Erde besessen werden kann, aber sie haben eines nicht: Zukunft! Der grandiose deutsche Sprachgeist gibt dazu einen unmissverständlichen Hinweis. Die Zeitform für "Zukunft" aller Tätigkeitsworte wird gebildet durch das Verb "Werden". In einzigartiger Weise besitzt allein das Verbum "Sein" eine eigene Vokabel zur Bezeichnung der Zukunft, nämlich "werden". Ohne "Werden" ist nirgends ein lebensfähiges Künftiges. Die Narren, die ihr ganzes Sein dem "Haben" unterworfen haben, verfügen über Null Zukunftspotential. Unter der Last der ungeheuren Besitztümer vermögen sie nicht mehr, ihr Sein zum Werden zu wenden. Die zuletzt hier diskutierte Karikatur des maßgeblichen Organs der globalen Misswirtschaft (siehe Titelblatt des "The Economist" vom November dieses Jahres) ist ein eitles Dokument für das Versagen dieser Gesinnungsgenossen gegenüber dem Geist der Zeiten. Die dort kommentarlos veröffentlichte Prophetie ist zu Manipulationszwecken konstruiert und nicht ergriffen im bewußten Spiel mit den kosmischen Kräften.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 02. Januar 2017 um 10:12 Uhr Weiterlesen...
 

Geist trifft Ungeist

Kürzlich verlautbarte die Bundeskanzlerin nach einem Treffen zum Neustart Europens, der "Geist von Bratislava sei ein Geist der Zusammenarbeit" gewesen. Was war denn da los? War es der Geist von Pressburg aus glanzvollen KuK-Zeiten, der die "Eliten" Europas überfiel oder handelte es sich gar um zwei dieser überaus fluchtbereiten Wesen auf der Suche nach einer dauerhaften Bleibe in diesen schwankenden Zeitengründen.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 08. Oktober 2016 um 13:59 Uhr Weiterlesen...
 

wie die Katzen das Bellen lernten

Einst in längst vergangenen Tagen aber lange nach der Zeit, in der das Wünschen noch half, lebte ein Volk, das auf eine seltsame Weise in einer Art permanenter Glückseligkeit geraten war. Dieses Volk lebte in einem Staat ohne eigenes Land, der Staat selbst hatte kein Staatsvolk, das ihn zum Herrschen legitimiert hatte, wie es sonst in dieser Zeit noch üblich war, sondern der Staat rekrutierte die Menschen, die ihm angehören wollten, von überall her und beschäftigte sie als Personal in seinen vielfältigen Einrichtungen, die zur Simulation eines echten Staatswesen unterhalten wurden. Zur Aufrechterhaltung des Betriebes und um den Mitarbeiter das Gefühl zu geben, an den Entscheidungen der Geschäftsführung grundsätzlich teil zu haben, hatten sich die obersten Vertreter eine Geschäftsordnung gegeben, die sie Grundgesetz nannten und die von vielen als eine Art Verfassung gehalten wurde. Realiter handelte es sich vielmehr um eine etwas modifizierte Werks- oder Betriebsordnung. Pauschal wurde jedem Angestellten zugesichert, seine Würde als Mensch zu achten. Dies war natürlich kein einklagbares Gesetz sondern sollte lediglich den guten Willen der Oberen zum Ausdruck bringen, sich um das Wohlergehen der Betriebsangehörigen zu kümmern. Daher würde der Begriff "Würde" auch nur in der Präambel erwähnt. Diese Würde zu erlangen, von der übrigens niemand so genau wusste, woraus sie eigentlich bestand, war jedem, der einen Werks- oder Personalausweis erhalten hatte, als Ziel frei gestellt, aber es war natürlich allen klar, daß dieses so hoch geschätzte Gut nur denjenigen Menschen zustand, die den Nachweis erbracht hatten, daß sie fähig waren zu erkennen, wie sie sich zu verhalten hatten, um einen störungsarmen Betrieb zu garantieren.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 22. Oktober 2016 um 17:29 Uhr Weiterlesen...